6. März 2013

Die Versammlung



In den letzten Wochen wuchsen unsere Aktivitäten im Zentralbüro von Bibliotecas Rurales sehr. Wir bereiteten Bücherpakete vor, organisierten gemeinsame Putztage, überlegten uns ein Arbeitsprogramm und ein Menü, bekamen Bücher zum Austausch, erstellten Ausweise für die Koordinatoren und ihre Bibliothekare… Noch mehr Arbeit als bisher! Aber wir machten es mit der Freude unserer KollegInnen, Koordinatoren und Bibliothekaren, die kamen, um an der Hauptversammlung von Bibliotecas Rurales teilzunehmen.
Die Versammlung ist das größte Entscheidungsorgan, welches unsere Organisation hat, alle beteiligen sich mit ihren Beiträgen, den Erfahrungen aus ihren Gemeinden und entscheiden die Arbeitsrichtlinien für das Jahr. Deshalb die Wichtigkeit, uns gut für dieses Ereignis vorzubereiten. Hier verstärken wir die Tatsache, dass die Entscheidungen immer  auf kollektive Weise und mit der Einwilligung des Plenums getroffen werden. Es gibt weder Hierarchien noch Mehrheiten: Gemeinschaft ist Gleichgewicht und Übereinstimmung, Brüderlichkeit und Einklang. Bevor der Februar endete, war das Haus voll belegt mit der ganzen Familie, die von weit her kam, um den Zusammenhalt zu stärken. 



Büchertausch

Zwei oder drei mal im Jahr feiern wir in Bibliotecas das große Fest des Büchertauschs.
Die Koordinatoren kommen aus ihren Gemeinden und bringen Bücher mit, die schon gelesen wurden  - oder die schon sehr beschädigt sind - um dann neue Bücher mit in ihre Bibliotheken zu nehmen.
Dieser Austausch vollzieht sich in wenigen Stunden und, damit in dem Moment alles bereit ist, müssen wir vorher unser Tauschzentrum putzen und ordnen, Pakete mit den neuen Bucheditionen des Netzwerks vorbereiten, die Bibliothek dort zu ordnen , wo die Bücher herausgegeben werden und Platz für die Bücher machen, die die Koordinatoren mitbringen.
Oft machen wir diese Vorbereitungen in Minga (freiwillige und gemeinsame Arbeit), denn die Arbeit in der Gruppe ist  leichter und unterhaltsamer und, offensichtlich,kommen wir mit den ganzen Aufgaben viel schneller voran wenn wir uns alle gegenseitig helfen.
Anfang Februar haben wir eine dieser Mingas gefeiert. Wir danken allen, die uns mit ihrer Kraft, ihrer Motivation und ihrer Solidarität unterstützt haben. Was ein Segen ist es, sich zusammen zu tun!

Im fairen Handel


Als ich im Oktober 2011 aus Cajamarca zurückkehrte, brachte ich einige Bücher der Biliotecas Rurales mit. Danach ging ich in Heidelberg - im Süden von Deutschland - an einige Orte und fragte dort, ob es möglich wäre, die Bücher dort zu verkaufen. Und in einem Laden haben sie zugestimmt (http://www.weltladen-heidelberg.de/).
Bis heute finden sich einige unserer Bücher in den Regalen des eine Weltladens in der Altstadt von Heidelberg.
Der Laden verkauft viele verschieden Dinge aus aller Welt, die unter den Bedingungen des fairen Handels hergestellt wurden. Ich freue mich sehr, dass die Menschen in Deutschland sich für die Geschichten und Texte der Gemeinden in Cajamarca interessieren. Und ich danke dem Laden für seine Kooperation, ebenso wie dem Netzwerk der Bibliotecas für seine schönen Bücher, die unsZugang zum Leben in den Gemeinden auch an anderen Orten der Welt verschaffen.
Melanie Irmey
 

6. Februar 2013

Lesen

Wenn man mir anböte meine Liebe zum Lesen  gegen alle Throne der Welt zu tauschen, würde ich den Tausch ablehnen.

François Fénelon

 
 

31. Januar 2013

Lesen

Wer viel liest und viel wandert, sieht viel und weiss viel.

Miguel de Cervantes

"Wer baute das siebentorige Theben?"


Bertolt Brecht fragte sich in dem Gedicht “Fragen eines lesenden Arbeiters”:
Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen. 
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt? 
Tatsächlich werden fast nie die Heldentaten derjenigen gefeiert, die die Geschichte eigentlich bewegt haben.
Die Räumlichkeiten unserer Zentrale wurden in Minga gebaut, wie man auf Quechua die gemeinsame und freiwillige Arbeit nennt. Wenn es jemand fertig gebaut sieht, kann er sich weder die Anstrengung, die es bedeutete, vorstellen, noch die tausend Zwischenfälle wärend des Aufbaus.
Und in diesen unseren Räumlichkeiten "mingeaen" wir ab und zu um sie auszubessern und sie zu erhalten.
In der vergangenen Woche hatten wir das Glück mit José und Segundo Huamán Lara zählen zu können, Brüder und Kollegen von uns.
Wir freuen uns und danken für die gemeinsame Zeit.
 
 
 

Lesen

Wenn wir beten sprechen wir mit Gott,aber wenn wir lesen spricht Gott mit uns.
 Augustinus von Hippo


Ñaupas

Schon vor vielen Jahren,auf dem Weg die alten Worte unserer Gemeinden wieder zu finden und zurückzubekommen, hat unser Kollege Alfredo Mires einen Forschungs - und Sammlungsprozess der alten Bilder, der Ikonographie Cajamarcas, begonnen.
Von den versteckten Höhlen der Apus* bis zu den kleinen Keramiktöpfen der Großväter, hat er sogar Bilder rekonstruiert die durch die Fragmentierung unvollständig erschienen.
Die Figur, die oft in der Keramik Cajamarcas auftauchte taufte Alfredo mit dem Namen Ñaupa, der in der Muttersprache “Der Großvater des ältesten Vorfahren” bedeutet.
Um die fünte Edition des “Der Brief des Anführers von Seattle” zu begleiten, wurden die Ñaupas wiedergebohren. Und in diesem Jahr 2013 haben sie begonnen sich zu amüsieren und weiter aufzutauchen.
Und wir werden sie teilen…
*Apu kommt aus dem Quechua und bedeutet sowohl Berg als auch Vater und weißt auf die Berge als älteste Lebewesen hin, die eine besondere Bedeutung in den Gemeinden des Bibliothekennetzwerks haben

Die Fertigstellung des Dompteurs

Auf der Seite der Würdigungen und Danksagungen im “Märchendompteur” Nr. 1 lesen wir: «Diese Reihe nimmt Märchen auf, die in anderen Gemeinden der Welt zu Hause sind. Wir passen die Sprache und die Umstände an die unseren an, und erkennen uns in ihnen wieder wie Kinder und Geschwister einer einzigen vielfältigen Welt».

Nun ist eine Auswahl von zwölf neuen Märchen bereit zu erscheinen, mit Illustrationen in allen Farben, in den nächsten Wochen…

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