11. Juni 2015

Der Weg der Enzyklopädie



Anfang Mai fand ein neues Treffen mit den Mitgliedern des regionalen Teams des Projektes Enzyklopädie Campesina statt.
Gemeinsam bearbeiteten wir wieder das traditionelle Vokabular unserer Gemeinden. Im Kern und in der Form ist es eine andere Sprache, aber es ist keine Barbarei, wie ein Unwissender einmal sagte.
Die Gleichung ist sehr einfach: dies ist unsere Sprache/ Mundart und mit dieser möchten wir uns weiterhin ausdrücken. Wenn man uns dies nimmt, werden wir nicht mehr wir selbst sein.
Unser Kollege Alfredo Mires, Leiter des Projektes, vertiefte einige, aus seiner Erfahrung fruchtbare, Strategien im Sammeln der mündlichen Tradition, um uns auch zu lehren, wie man die Erinnerung unserer Ältesten rettet.
So versammelten wir uns an den Abenden des Treffens, um nahe des Wassers und der apus, unserer heiligen Berge zu reden.
Alle trugen ihr Wissen zusammen, das Wissen, das wir durch unsere Eltern und Großeltern gelehrt bekamen. Bald wird unser Netz die Bücher veröffentlichen, in denen erzählt wird, was wir in unseren Gemeinden vom Wasser, den apus und unseren Geschichten wissen.
 

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Nedda Franco ist unsere Freundin. Vor einigen Jahren machte sie dem Netz eine wichtige Bücherspende, die uns erlaubte, weitere Bibliotheken auf dem Land zu eröffnen. Nach einigen Jahren haben wir uns wiedergetroffen und melden uns erneut mit guten Nachrichten. Dieses Mal gelang es dem Lions Club von Miraflores, Lima, dem sie vorsteht, um die 1900 Bücher zu sammeln, welche uns Ende Mai im Rahmen einer koordinierten Kampagne mit dem Lions Clubs Cajamarca gespendet wurden.
In den Gemeinden Cajamarcas ist die Nachfrage vor allem im Bezug auf unsere produzierten, im Netz herausgegebenen Bücher groß, aber auch diese Unterstützung ist wichtig, da es uns erlaubt, weitere Leser zu versorgen und verschiedene Editionen aufzuweisen.
Es belebt sehr, zu wissen, dass es Menschen gibt, welche die Überzeugung teilen, das Buch als Werkzeug zu sehen, als Türöffner und als Fundament einer gebildeteren und gerechteren Gesellschaft.

Rosita ist zurück


Rosa Rumay Centurión ist der Name unserer lieben Kollegin “Rosita”. Seit mehreren Jahren ist sie Teil des Teams des Projektes der Enzyklopädie Campesina und etwas später half sie uns im Tauschzentrum des Netzes. Rosita musste aufgrund familiärer Gründe pausieren, trotzdem blieben wir immer in Kontakt. Es sind einige Jahre vergangen und nun kommt sie als Freiwillige ins Team zurück, welches die Tätigkeiten des Tauschzentrums vorantreibt. Mit ihrer Erfahrung und Freundlichkeit arbeitet sie bei der Registrierung, bei der Aufbereitung und Verteilung unserer Bücher mit.
Ihre Gesellschaft und Schlichtheit belebt und bestärkt uns.
Aus irgendeinem Grund sprach Konfuzius: „Wer zurückkehrt, um den alten Weg zu gehen, lernt den neuen (Weg) und kann zum Lehrer werden“.

22. Mai 2015

Mit allen Sinnen



Vom 15. bis 17. Mai organisierte das Gemeindeprogramm des Netzes der Landbibliotheken ein großes Event für die Koordinatoren, Mütter und spezielle Gäste.
Am ersten Tag machten wir gemeinsam eine Auswertung der Situation der Kinder mit Behinderung in den Campesinos-Gemeinden, wo wir alle mitredetenn, diskutierten und uns unterhielten über die schwierige Situation, der diese Kinder mit ihren Familien gegenüberstehen. Diese bereichernde Debatte wurde von Carmen Aleman begleitet, Vertreterin der Kindernothilfe e.V.
Wir begannen am Samstag, am zweiten Tag unseres Treffens, mit einem speziellen Programm nur für die Mütter des Gemeindeprogramms, anknüpfend an ihr eigenes Leben.
Mit Überlegungen, Gruppenspielen, Massagen, Erzählungen und Austausch versuchen wir, die Mütter in ihrer mühsamen Arbeit und Zusammenleben zu unterstützen – Tag für Tag – mit ihren geliebten Kindern.
Am Ende gingen wir alle zufrieden und gestärkt von diesem gemeinsamen Raum.
Später öffnete sich die Veranstaltung für andere Personen. Gabriele Klink aus Deutschland leitete den Kurs Spielen und Lernen mit allen Sinnen, wo wir alle gemeinsam auf spielerische Weise lernen, mit viel Lachen, neuen Techniken, Methoden und Strategien zur Begleitung, Arbeit und Therapie der Kinder mit Behinderung.

In der Auswertung erhielt das Gemeindeprogramm viel Anerkennung von der anwesenden Öffentlichkeit, welche wir mit diesem afrikanischen Sprichwort ausdrücken können:
Viele kleine  Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.

Neue Regale

Vor bereits einiger Zeit litten wir an der unzureichenden Lagerung der Bücher. Und nun, als neue Editionen in Aussicht waren, gingen wir auf die Suche, um das Problem der Handhabe und des Raumes zu lösen…
Am Seiteneingang unseres Gebäudes gab es Lücken zwischen dem herausragenden Gemäuer, sodass wir auf die Idee kamen, diesen Platz nutzen konnten, um dort Regale zu konstruieren. Wir machten einen Entwurf. Unser Kollege Alfredo arbeitete die Konstruktion aus und Luis Félix Vásquez fügte als Freiwilliger alle nötigen Angaben zum Plan hinzu…
Es fehlten die Mittel, um an Holz zu kommen und jemand gab uns großzügig die Hand. Aber es fehlte auch an Freiwilligen für das Schreinern… Und es kam ein Schreiner zu uns!
Ulrich Rogler aus Deutschland kam gerade an, gemeinsam mit Desiree und Gabriele Klink.
Mit der Unterstützung aller KollegInnen des Zentralbüros und unseres Kollegen Sergio Díaz wurden die Regale errichtet, wie ein einziges Geschenk.
Danke an alle Helfer!

Erneut in den Gemeinden



Nach einer langen Regenzeit reisten wir vom Gemeindeprogramm aus Anfang Mai zum ersten Mal in diesem Jahr wieder aufs Land.
Wir wussten bereits, dass die Straßen, Pfade und Wege in schlechtem Zustand sind. Aber wir reisten mit guter Begleitung, in guter Stimmung und großer Lust, uns wieder mit den Kindern, Eltern und Koordinatoren des Programms zu treffen.
Bei diesem Besuch begleitete uns Gabriele Kling – Sonderschullehrerin - ; Desiree Klink – Yogalehrerin – und ihr Mann, Ulli Rogler, alles Freunde, die uns aus Deutschland besuchten. Außerdem begleitete uns Mara Elina Mires, um uns vor allem beim Übersetzen zu helfen. Unsere Ziele waren die Gemeinden Numbral und Huarasitina in der Provinz Chota, wo unsere Koordinatoren -
Dona Guevara und Sergio Díaz– seit vielen Jahren einen außergewöhnlichen Weg mit Kindern mit Behinderung und ihren Eltern gehen.
In den Treffen mit den Gruppen der Juanitos (Kinder mit Behinderung) und den Eltern arbeiteten wir an den Kinderrechten aus Sicht des Gemeindeprogramms. Später zeigte uns Gabriele neue Spiele und Handarbeiten, um das Lernen der Kinder zu verbessern. Desiree heiterte die Kinder mit einigen lustigen Yogaübungen auf und vollendet wurden die Treffen durch ein leckeres Mittagessen, das von Gemeindemitgliedern zubereitet wurde.
Gemeinsam zu lernen – mit verschiedenen Kulturen und in unterschiedlichen Zusammenhängen – lässt uns wachsen. Wir danken allen TeilnehmerInnen und ReferentInnen für das Ermöglichen diesen wertvollen Unterricht.