5. September 2014

Die solidarischen Kräfte

 

Wir bekamen ermutigende und vorblidliche Nachrichten von unserer Kollegin Helen Heery von der “Sarah´s Rural Libraries” in London:
Gerade sind wir von einer fantastischen Peru-Reise zurückgekehrt mit inspirierenden Geschichten von freiwilligen BibliothekarInnen, die Bücher und Bildung an die Campesino-Familien hoch oben in den Anden verleihen.
Mehr Fotos und Geschichten folgen, aber indessen noch herzlichen Dank an Paul Maxfield, der sein Wochenende damit verbringen wird, im Namen der Landbibliotheken von Cajamarca etwas Bewegung zu machen: 1900 m Schwimmen, danach 90 km Radfahren und außerdem ein 21 km-Lauf!
Gewaltige Anstrengungen von Paul.
Die Nachricht, die wir bei jedem Besuch in Peru erhalten, ist, dass die Menschen in der Gemeinschaft der Landbibliotheken überrascht sind, dass so viel Interesse und Unterstützung der ganzen Welt besteht und ihre Arbeit so wertvoll ist.
Die besten Wünsche
Helen
 

Bezüglich unseres Organigramms

 

Einige Freunde haben uns vor ein paar Tagen gebeten, nochmals das Organigramm unseres Netzes zu erklären, da sie sich fragten, warum es nicht wie bei den herkömmlichen Organigrammen ist, mit hierarchischem Rahmen, der das Oben vom Unten trennt.
Dieses Schema zu haben, wäre unpassend für den Gemeinschaftsgeist.
So viel organisieren wir basierend auf den traditionellen Gemeinschaften unserer Kultur, der Ausgangs- und Ankunftspunkt ist die Gemeinschaft.
Unsere Landbibliotheken befinden sich im Haus der Bibliothekarin/ des Bibliothekars, ausgewählt durch die örtliche Versammlung und werden von der ganzen Familie betreut.
Von diesen BibliothekarInnen ist eine/r gleichzeitig KoordinatorIn einer Einheit von Bibliotheken-Gemeinden, die geographisch einen Sektor bilden.
Um den Austausch der Bücher zu erleichtern und Erfahrungen zu teilen, bildet eine Einheit von Sektoren gleichzeitig auch eine Zone und, so weit wie möglich, wird diese Zone von einer Person koordiniert, die ebenso für eine Bibliothek und einen Sektor verantwortlich ist.
In dieser Gemeinschaft der Koordinatoren gibt es eine Gruppe, die den beständigen Rat der Koordination bildet, und die, zusammen mit dem Zentralteam des Hauptsitzes, dem Zentralkomitee der Koordination vorgeschlagen werden, welcher in der Hauptversammlung bestätigt wird.
Wir sind alles Freiwillige und niemand herrscht über jemand anderen, weil wir die Entscheidungen gemeinsam beschließen. Einigen Freunden, die uns bezüglich des Organigramms fragten, kommt dieser Teil schwierig vor: “Es ist sehr kompliziert, Entscheidungen gemeinsam zu treffen”, sagten sie uns.
Aber die Wahrheit ist, dass es leicht gelingt, wenn der Sinn und die Sache, der Traum und der Weg, die Vergangenheit und das Zukünftige, die Überzeugung und die Kraft gemeinschaftlich sind.
 

Lesen

An der Straßenecke
Und den Vororten der Stadt
Sammelten Kinder mit langen Geschichten
Bücher ein,
Bilderrahmen und Ladenpflöcke
Um eine Barrikade zu errichten
die den Durchgang zur Dunkelheit verschließt.

“Die Kinder von Rafa”, von Samih al-Qásim

23. August 2014

Über den Preis und das Interview

Im Dezember letzten Jahres bekam der Film “Bücher und Wolken” (im Deutschen: “Die Wolkenbibliothek”) über unser Netz der Landbiblitheken den National-Geographic-Preis auf dem Internationalen Berg-Filmfestival in Autrans in Frankreich.
Teile des Interviews, in dem der italienische Regisseur und unser Freund Pier Paolo Giarolo befragt wurde, findet man unter folgendem Link:
 

In Contumazá



Die Anwesenheit von Helen und Kate Heery nutzend, reisten wir in die Provinz Contumazá, um einige Bibliotheken zu besuchen.
Obwohl der Kummer nicht fehlte, ist der Lebensmut der ansässigen Bibliothekare lehrreich. Und Ramiro Yglesias, unser Koordinator, gibt das Bemühen nicht auf, dass die Lektüre das gemeinschaftliche Leben wiederbelebt.
In der Stadt hatten wir das Glück, doña Rosa Castillo zu treffen und zu grüßen, Bibliothekarin in Chilim Taya del Colal und, bereits auf dem Land, besuchten wir Janet Cedrón, Bibliothekarin von La Travesía.
Es ist die Zeit der Weizenernte und des Dreschens in diesem Gebiet, und so hat es viel Arbeit auf dem Land. Dennoch fehlte es nicht an Innigkeit, am Willkommensgetränk Chicha (Getränk aus lila Mais) und an der Zeit, miteinander zu sprechen.
Wir besuchten auch Guillermo Paredes, langjähriger Bibliothekar der Gemeinde Tamalurco; kurz vor der Gemeinde Shamón begegneten wir Señora Lucía Miranda, Bibliothekarin dieses Ortes, welche bereits auf dem Weg aufs Feld war, um den Arbeitern des Dreschens das Mittagessen zu bringen.
Wir hatten leider nicht das Glück, Marta Iglesias zu treffen, eine junge und begeisterte Bibliothekarin von Hoyada Verde, aber ihre Familie war da mit der großzügigen Hingabe wie immer.
Contumazá ist im Ganzen eine saubere Stadt, die nicht das Laster hat, unsinnige Gebäude in ihrem Gebiet zu erbauen, obwohl an vielen Stellen – im Durcheinander der Wahlwerbungen – die “Malereien” an den Steinen und Wänden nicht fehlen, die die Landschaft verderben.
Und man bemerkt das Fehlen von Wasser, die Zuwanderung vom Land in die Stadt mit der konsequenten Vernachlässigung der ländlichen Schulen...
Aber  so gehen wir, gemeinsam, suchen Wege und gehen.
 

22. August 2014

Besuche und Lehren

Ende Juli trafen die kolumbianischen Lehrer Esperanza Villegas López  und John Jairo Ocampo Cardona in Cajamarca ein, als Teilnehmer einer lateinamerikanischen Veranstaltung für  Erziehung.
Teil der Veranstaltung war die Präsentation eines durchgeführten Projektes – die alternative Campesina-Schule in Pomabamba – konzipiert und getragen von unserem Kollegen Alfredo Mires, außerdem lasen die teilnehmenden Kinder des Projektes Bücher vor, welche von unserem Netz hergestellt sind.
Voll von ihrer Lebensfreude und erzieherischen Hingabe weckte es bei den beiden das Interesse, unsere Organisation kennenzulernen und so kamen sie uns zu besuchen. Aber das bedeutete nicht nur Bewunderung und Respekt für unsere bescheidenen Tätigkeiten, sondern auch, dass sie uns ermutigten, in der Veranstaltung die  freien Stellen für den Verkauf unserer Bücher zu nutzen.
Also luden wir unsere Ausrüstung und Bücher ein, immer noch zweifelnd, ob jemand daran interessiert sei, aber Esperanza und John Jairo "nahmen den Kampf auf": Sie hätten sehen sollen, wie sie andere dazu ermutigten, diese wertvollen Beweise unserer Geschichte und Kultur mitzunehmen!
Danke, liebe Freunde, für eure Brüderlichkeit und eure stärkende Anwesenheit.

Besuch San Marcos

 
Dieses Wochenende reisten wir früh ab, um unsere Bibliotheken in den Gemeinden in der Provinz San Marcos zu besuchen; dazu musste man viel laufen und so mussten wir früh aufstehen.
Wir brachen in Cajamarca, begleitet von Helen und Kate Heery auf und, bereits in San Marcos, schloss sich die Gruppe unseres Kollegen Antonio Vílchez an, Koordinator der Zone von San Isidro, der von unserem Besuch in seiner Provinz erfahren hatte.
Von dem Dorf Poroporo gab es schlechte Nachrichten; unser Kollege Fidencio Paredes, ein langjähriger Koordinator von dort, konnte nicht kommen, da er sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befand.
Die guten Nachrichten bekamen wir von don Manuel Rodríguez und seiner Frau, die uns zu sich nach Hause einluden und ihre Dankbarkeit zeigten für das, was die Bücher für ihre Familie bedeuteten und bedeuten; wir waren auch bei don Pablo Sánchez, der mit seiner Frau, seinem Sohn und uns ihre Entscheidung besprach, die Bibliothek in ihrem neuen Haus wieder neu einzurichten, wo sie sicher waren, die Leser besser empfangen zu können.
Dort sprachen wir auch über die Möglichkeit, neue Bibliotheken zu eröffnen.
Am Sonntag ist Markttag in San Marcos und die Bewohner kommen von ihren Höfen, um zu verkaufen und ihre Einkäufe zu erledigen; dies ist also eine gute Möglichkeit, unsere Bibliothekare aufzusuchen. Wir trafen uns mit don Germán Castañeda, mit don Isaac Vargas, mit der Frau von don José Atilano und der Frau von don Manuel Sánchez, welche uns eingeladen hatten, sie zu besuchen und um Implementierung (d.h. um Erweiterung ihrer Büchersammlung) in ihren Bibliotheken baten.
Die Rückkehr war energiegeladen und wir waren gewiss, dass die Bücher weiterhin die Geschlossenheit schmieden und die Gemeinschaft weiter wächst.